Über den Wert von Grafik-Design in einer reizüberfluteten Welt

Aktualisiert am: 22. Januar 2026

Alle unsere Entscheidungen die wir täglich treffen basieren auf schnellen, automatischen und vor allem unbewussten Denkvorgängen. In der Wissenschaft wird das System-1-Denken genannt. Das System-2-Denken dagegen, lenkt die Aufmerksamkeit auf die wirklich anstrengenden mentalen Vorgänge und Aktivitäten. Hier liegt der Unterschied, wieso ein ansprechendes Design von Anfang an wichtig ist, denn unsere erste Wahrnehmung wird maßgeblich von System-1 beeinflusst (und wird nicht erst gründlich von System-2 analysiert). Wie Design im allgemeinen auf uns wirkt, ob "Ja" oder "Nein", spielt sich unterbewusst und in ca. 380ms ab. Millisekunden entscheiden darüber, welcher Eindruck entsteht.

Heute wird es aber noch komplizierter. Unsere schnellen und unbewussten Entscheidungen werden zusätzlich von einer massiven Reizüberflutung beeinflusst. Heute bleibt uns noch weniger Zeit für eine "überlegte Entscheidung". Generisches und das was wir "schon oft gesehen haben", wird von uns schneller auf das Abstellgleis gestellt als je zuvor.

Gutes Grafik-Design kann diese gedanklichen Vorgänge etwas steuern und mindestens in eine bestimmte Richtung lenken. Das erste was wir sehen, wird unmittelbar für die ersten Bewertungen in unserem System-1-Denken verwendet. Nehmen wir an, ein Geschäft wirbt mit einem Werbeplakat das vielen anderen ähnelt. Farben, Formen, Fotografien und Schrift wirken "generisch" und "random-styled". Aber ein durchdachtes und sich aus der Masse abhebendes Werbeplakat, hat klare Vorteile. Weil es eben nicht generisch wirkt, erzeugt es Aufmerksamkeit und wirkt in unserem System-1-Denken deutlich stärker.

Kundenloyalität und ein starker Markenkern

Durch ein sehr hohes visuelles Verständnis für Design, viele Gespräche mit dem Auftraggeber und einer sauberen Zielgruppen-Analyse, können exzellente und spürbare Ergebnisse entstehen, die sich aus der Masse lösen. Unternehmen profitieren dadurch langfristig von einem starken Markenkern, hoher Kundenloyalität und Glaubwürdigkeit. Dadurch wiederum entsteht im Idealfall auch ein langfristig spürbares Umsatzplus¹.

Wie bereits weiter oben erwähnt, befinden wir uns heute in einer stark reizüberfluteten Welt und einem Marktumfeld, was von Alternativen geprägt wird. Wie kann Design also helfen, sich von anderen Designs abzugrenzen? Weil heute alles "schreit" und "laut" sein möchte, hat klares Informations-Design viele Vorteile in Wahrnehmung und Übertragung (gerade bei Websites und Broschüren). Ganz klare Botschaften, Formen, Farben, Fotografien und Schriften in einem minimalistischen Stil, heben sich aktuellen Trends ab. Nach dem Motto "weniger ist mehr".

Drei Eigenschaften sind wichtig

  • eine Unternehmensführung die weiß, welchen Stellenwert Grafik-Design hat
  • eine Designagentur die ein hohes Verständnis für Grafik-Design besitzt
  • eine konstante Umsetzung der Designsprache

Ob sich ein Unternehmen für das Thema Grafik-Design wirklich interessiert, hängt maßgeblich davon ob, wie viel einem das eigene Unternehmen Wert ist. Denn es geht nicht nur um ein einfaches Werbeplakat. Es geht eher um ganzheitliche Ansätze die wirklich etwas "verändern" und begleiten. Sie beginnen bei dem Logo, der Schriftwahl, Farbwahl, dem Website-Design, dem Briefpapier und allen anderen Werbemitteln die nach außen wirken. Es geht nicht darum, hübsche Visitenkarten oder Gutscheinkarten zu verteilen. Hochwertiges Grafik-Design muss immer als Ganzes gesehen werden.

Führungskräfte müssen die hohe Wertschöpfung von Grafik-Design erkennen und zu schätzen wissen. Fehlt diese Erkenntnis, wird es schwierig die Vorteile sichtbar zu machen und Chancen in der heute visuell reizüberfluteten Welt für sich zu nutzen.

Kontakt

Quelle 1: In einer Studie von McKinsey aus dem Jahr 2018 über das Thema "Ist Design Kostenfaktor oder Umsatztreiber" wird belegt, dass über fünf Jahre eine Umsatzsteigerrung von 32% möglich sind. Die Zusammenfassung dieser Studie finden Sie auf: https://www.mckinsey.de/publikationen/2018-10-design-studie